Verschlüsse

Traditionalisten hängen natürlich am Korken. Das Hineindrehen des wohl ausgesuchten Korkenziehers, das typische   „Plop“ nach dem Herausziehen des Korkens und das anschließende Beschnuppern desselben, ist schon ein besonderes Ritual, das den Weintrinker in frohe Erwartung versetzt.

Aber - nicht zu vergessen - gut fünf Prozent der Korken geben einen unangenehmen Geschmack ab. Dieser wird durch Mikroorganismen im Korken hervorgerufen. Auch  teuerste Korken bleiben davon nicht verschont. Im schwächsten Fall hat der Wein vermeintlich nur einen Fehlton, der an ein altes Fass erinnert. Übel wird es, wenn einem bei der letzten Flasche einer wunderbaren trockenen Spätlese der Geruch eines muffigen Korks entgegenschlägt.

Alternativen gibt es seit Jahren: Der Schraubverschluss ist eine davon. Bei uns  hängt ihm immer noch der Makel an, nur für Billigweine schlechter Qualität gut genug zu sein. Die Schweizer hingegen - für ihre hochwertigen und exzellenten Weine bekannt - haben sich schon seit Jahren selbst bei teuersten Weinen zum Schraubverschluss bekannt, denn dieser ist geschmacksneutral.

So haben sich auch viele Winzer im Rheingau vorgewagt und verschließen heute auch sehr hochwertige und gute Tropfen, die voraussichtlich in den nächsten Jahren getrunken werden sollen, mit dem Schraubverschluss. Unklar ist bis jetzt jedoch, wie sich der Kunststoff in den Kapseln langfristig verhält. Weder konnten bis jetzt Weichmacher noch PVC im Wein festgestellt werden.

Das Gleiche gilt für den seit 2003 verfügbaren Glasstopfen. Dieser ist mit einem Kunststoff-Dichtungsring versehen, schöner als der Schraubverschluss, aber auch etwas teurer.